Die neuen Vereinigten Staaten?

Am vergangen Dienstag wählten 52% der Amerikaner den Senator Barack Hussein Obama, Jr. zum neuen Präsidenten der USA. Change. Veränderung. Das ist nicht nur, dass was die Amerikaner selbst wollten, sondern auch wir hier in Europa. Amerika hat schwierige Herausforderungen zu bewältigen. Vielleicht gelingt dies nun mit mehr Feingefühl, als der Vorgängeradministration. Doch vergessen wir nicht: Auch Obama wird nur mit "Wasser kochen" können ...

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Auf großes Unverständnis bin ich die vergangen Wochen und Monate gestoßen, mit der Aussage "Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied machen wird, ob McCain oder Obama gewinnen wird!". Weiters habe ich keine klare Nennung meines Favoriten gemacht - Was ebenfalls auf Verwunderung gestoßen ist. Zugegeben: Die Aussage mit der Nicht-Unterscheidbarkeit war bewusst spitz formuliert, um eine Diskussion zu erzeugen (Hat übrigens immer funktioniert)

Was wollte ich damit erreichen?
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1) Ich habe ein wenig das Gefühl, dass bei der ganzen Wahlschlacht vergessen wurde, dass es bei der Wahl um die des Präsidenten für die USA gehandelt hat; Und nicht für Europa. Beide Präsidenten werden in erster Linie die amerikanischen Interessen wahren - Auch Obama.

2) Beide Kandidaten haben, wie auch hiesige Politiker, Wahlversprechen gemacht. Und genau das sind sie auch: Wahlversprechen. Wieviele davon umgesetzt werden, ist noch nicht absehbar und daher nur bedingt von Relevanz.

3) Damit kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt: Die Möglichkeiten eines neuen Präsidenten. Auch wenn in den USA ein (meiner Meinung nach sinnvolles) Mehrheitswahlrecht besteht, sprich die Partei mit den meisten Stimmen regiert eigenständig ohne Koalitionspartner, so muss sich Obama - wie es auch McCain hätte tun müssen - am Boden der Tatsachen bleiben.

4) Weniger beurteilen kann ich die Wahlprogramme. Laut einigen Medienberichten, sollen die Wahlprogramme der beiden Kandidaten gar nicht so weit voneinander entfernt gewesen sein. Als Unterschied habe ich die Einführung eines Pflichtgesundheitssystems für Kinder rausgehört, wie von Obama gefordert. Was genau im McCain Programm enthalten war, wurde in heimischen Medien nicht kommunziert. Generell war über die Wahlprogramme der beiden wenig zu erfahren.

5) Obamas Gegenkandidat John McCain, soll - so nach Aussagen von einigen Demokraten - immerhin ein "vernüftiger" Präsidentschaftsanwärter gewesen sein, da er auch schon vor dem Wahlkampf sich von George W. Bush distanziert hat und nicht alles gut geheißen haben soll, was sein Parteifreund in der Vergangenheit gemacht hat. Was genau diese Aussagen zu bedeuten haben, kann ich von Wien aus natürlich nicht beurteilen. Die Authentizität ist für mich aber bis zu einem gewissen Grad gegeben, da ich dies von vielen Anhängern und Parteimitgliedern der Demokraten unabhängig voneinander gehört habe.

Unterscheidbarkeit
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Barack Hussein Obama, Jr.Wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, könnten sich aber doch spürbare Unterschiede zeigen: Durch die Wahl Obama's, hat sich in den USA wieder Optismus breit gemacht, trotz der schweren wirtschaftlichen Krise. Ein nicht klein zu schätzender Punkt: Ohne das der neue Präsident aktiv eingreifen muss, könnte der um sich greifende Optimismus realwirtschaftliche Auswirkungen haben: Erhöhung der Kaufkraft und die damit verbundene Ankurbelung der Wirtschaft und somit wieder Stärkung der Kaufkraft, weniger Arbeitslose. Der Kreislauf der Wirtschaft kommt wieder in Schwung.

Ich persönlich glaube, dass die Wirtschaft einer der zentralsten Bestandteile in der Gesamtzufriedenheit der Bevölkerung darstellt, getreu dem Motto: "Gehts der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut.". Natürlich darf sich die Wirtschaft nicht alles erlauben, eine gewisse staatliche Regelierung ist von Nöten, wie erst bei der "Finanzkrise" festgestellt. Aber auch wenn hier nicht alle gleicher Meinung sind, die Negation des obrigen Spruches stimmt jedenfalls: "Gehts der Wirtschaft schlecht, gehts uns allen schlecht." 

McCain hätte vermutlich keine derartige Optimismuswelle ausgelöst oder zumindest deutlich weniger - So meine Fernanalyse beruhend auf hiesige Medien.

Zu hoffen bleibt, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und Europa wieder normalisiert und kein Keil mehr von außen durch Europa getrieben wird.

Fazit
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Anerkennung möchte ich auch dem Wahlverlierer McCain schenken: Er trat vor seine enttäuschte Anhängerschaft und blieb aufrichtig und fair. Er gratulierte dem Wahlgewinner in einer recht ehrlich wirkenden Art und Weise.

Hoffen wir nun alle, dass der neue desiginierte Präsident Obama mit mehr Feingefühl die Probleme die es zu lösen gilt anpackt; dass ihm aufgrund seiner Hautfarbe kein Attentat widerfährt; und das dem jungen noch recht unerfahrenen Obama die richtigen Berater zur Seite gestellt werden, um nicht eine Fortsetzung des Kurses der bisherigen Bush-Administration zu riskieren.

Stellungnahme zum Feedback
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Da jetzt bereits erstes Feedback zum Blogeintrag eingetroffen ist, möchte ich darauf gleich reagieren. Viele schließen aus dem Artikel, dass ich ein McCain Befürworter bin, weil ich nicht im gleichen Ausmaß positiv über Obama schreibe, wie all die anderen Blogger, frei nach dem Motto "Wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn". Das ist so nicht richtig, ich bin weder für/gegen Obama noch für/gegen McCain.

Ein Meinung über Obama bilde ich mir erst, wenn nach Worten, Taten folgen. Vorerst sehe ich Obama neutral. Wie ich es auch bei McCain gemacht hätte.

Ich sehe die Spielraum selbst für den Präsidenten der USA eher begrenzt: Errare humanum est. So muss sich Obama zum Beispiel auf die selben Informationen verlassen können, wie es auch sein Vorgänger George W. Bush tun musste und aufgrund dieser (Fehl?)Entscheidungen treffen.

Natürlich wählt er einen großteil seiner Berater selbst. Auch 3.000 Mitarbeiter des engeren Stabskreises werden neu bestimmt. Dennoch bleibe ich einfach skeptisch, was die große Veränderung betrifft - Egal welcher der beiden nun gewonnen hätte - Aber ich lasse mich natürlich gerne positiv überraschen.

Reality-Check
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Passend zum Thema ist der Obama-Check der ARD:

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